Die SPD-Kreistagsfraktion und die CSU-Kreistagsfraktion haben sich auf eine gemeinsame Zusammenarbeit im Landkreis Aschaffenburg für die Kreistagperiode 2026 bis 2032 verständigt. In intensiven Gesprächen wurden sieben gemeinsame Schwerpunkte vereinbart, die die Weichen für die Zukunft des Landkreises stellen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Erhalt des Klinikums in kommunaler Trägerschaft, der Ausbau von Pflege und Wohnraum sowie Investitionen in Bildung, Mobilität und Klimaschutz. Gemeinsam bekennen wir uns zu einer Politik der Mitte, die auf Zusammenhalt, Respekt und Verantwortung basiert, und treten Extremismus und Ausgrenzung entschieden entgegen. Als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion freue ich mich auf eine konstruktive, sachorientierte Zusammenarbeit zum Wohl der Menschen im Landkreis Aschaffenburg.
Die Fraktionen von CSU und SPD haben sich darauf verständigt, im neu gewählten Kreistag des Landkreises Aschaffenburg weiterhin vertrauensvoll, verlässlich und sachorientiert zusammenzuarbeiten. Beide Seiten knüpfen damit an die bewährte Zusammenarbeit der vergangenen Jahre an, die von gegenseitigem Respekt, Verlässlichkeit und einem klaren Fokus auf die Interessen der Bürgerinnen und Bürger geprägt war.
CSU und SPD bekennen sich klar zum Erhalt des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau in kommunaler Trägerschaft an beiden Standorten. Ziel ist es, auch künftig eine hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung sicherzustellen. Die begonnenen Investitionen werden konsequent fortgeführt. Beide Partner sind sich einig, dass das Klinikum gleichzeitig als leistungsfähiger Gesundheitsversorger und attraktiver Arbeitgeber weiterentwickelt werden muss. Dazu zählen insbesondere gute Arbeitsbedingungen, eine nachhaltige Personalentwicklung sowie eine wirtschaftliche Stabilisierung durch einen konsequenten Defizitabbau bei gleichzeitig gesicherter Versorgungsqualität. Bund und Freistaat stehen hierbei in der Verantwortung für eine auskömmliche Finanzierung.
Der Ausbau der Pflegeangebote bleibt eine zentrale Aufgabe. CSU und SPD setzen sich für zusätzliche Pflegeplätze, insbesondere in der Kurzzeit- und Tagespflege sowie für den Ausbau der Demenzbetreuung ein. Die Beratungs- und Unterstützungsangebote werden weiter gestärkt und vernetzt. Ziel ist eine verlässliche Pflegeinfrastruktur mit ausreichend Fachkräften, bedarfsgerechter Planung sowie ergänzenden Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.
Beide Fraktionen wollen den geförderten Wohnungsbau im Landkreis weiter voranbringen. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen, Familien, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Dabei kommt der Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft (WLA) sowie der Aktivierung geeigneter Flächen eine besondere Bedeutung zu. Integration und Inklusion werden als Querschnittsaufgaben verstanden und weiter gestärkt.
CSU und SPD setzen sich weiterhin für zukunftsweisende Investitionen in die kreiseigenen Schulen ein. Neben moderner Ausstattung und Digitalisierung steht die Sicherstellung gleicher Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Medienkompetenz und Prävention werden weiter gestärkt. Der bedarfsgerechte Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen bleibt für uns selbstverständlich. Die Beteiligung junger Menschen soll gestärkt werden, unter anderem durch die Arbeit des neu geschaffenen Jugendkreistags.
Ein leistungsfähiger ÖPNV sowie eine intakte Infrastruktur sind Voraussetzung für Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung. CSU und SPD wollen das Angebot im öffentlichen Nahverkehr weiter verbessern, insbesondere durch bessere Taktungen, stärkere Vernetzung und zusätzliche Angebote im ländlichen Raum. Gleichzeitig werden der Ausbau des Radwegenetzes sowie Maßnahmen zur Entlastung von Ortsdurchfahrten fortgeführt. Auch der Erhalt und die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Kreisstraßen sowie eine bessere Verkehrslenkung bleiben wichtige Aufgaben.
Beide Partner verfolgen das Ziel eines klimaneutralen Landkreises weiter und setzen auf Umwelt- und Naturschutz sowie den Ausbau erneuerbarer Energien unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig werden Wirtschaftskraft, regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze gestärkt. Die Digitalisierung in Verwaltung, Bildung und Mobilität wird konsequent weiterentwickelt, um den Bürgerservice zu verbessern und die Zukunftsfähigkeit des Landkreises zu sichern. Der Tourismus und das Angebot zur Naherholung sollen weiter ausgebaut werden.
Das Ehrenamt ist eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens im Landkreis. CSU und SPD setzen sich für eine verlässliche Unterstützung der Vereine, der Blaulichtorganisationen und aller ehrenamtlich Engagierten u.a. in den Bereichen Sport, Kultur und Brauchtum ein. Gleichzeitig wird der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz gestärkt, insbesondere durch den Schutz kritischer Infrastruktur und eine gute Vorbereitung auf Krisensituationen.
CSU und SPD stehen für eine sachorientierte, konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit im Kreistag. Sie bekennen sich zu einer Politik der Mitte, die auf Zusammenhalt, Respekt und Verantwortung basiert. Extremismus, Hass und Ausgrenzung treten beide Fraktionen entschieden entgegen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD erfolgt nicht.
CSU und SPD haben sich im Zuge ihrer Gespräche auch auf eine gemeinsame personelle Aufstellung verständigt.
Darüber hinaus verständigten sich beide Fraktionen auf eine ausgewogene Besetzung der Ausschüsse und Gremien des Kreistags, die die Stärkeverhältnisse sowie die gemeinsame Verantwortung der Koalitionspartner angemessen berücksichtigt. Beide Seiten betonen, dass personelle Fragen im Geiste der Zusammenarbeit und mit Blick auf die bestmögliche Aufgabenerfüllung für den Landkreis entschieden wurden.
06.05.2026
Simon Dümig
Vorsitzender der SPD Kreistagsfraktion
Dr. Marco Schmitt
Vorsitzender der CSU Kreistagsfraktion
Gemeinsame Erklärung: SPD und CSU vereinbaren Zusammenarbeit im Kreistag 2026–2032 (PDF, 143 kB)